Fuhrpark im Krankentransport: Warum gute Disposition genauso wichtig ist wie das richtige Fahrzeug
Kategorien AllgemeinesBei einem gewerblich eingesetzten Fahrzeug zählen andere Eigenschaften als bei einem privaten Pkw. Laufleistung, Zuverlässigkeit, Wartungskosten und Verfügbarkeit spielen eine wesentlich größere Rolle. Bei einem Fahrdienst kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Selbst der beste Fuhrpark bringt wenig, wenn die vorhandenen Fahrzeuge schlecht koordiniert werden.
Besonders deutlich wird das bei Krankenfahrten. Hier müssen Fahrzeuge nicht einfach nur möglichst viele Kilometer zurücklegen. Sie müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Eine digitale Krankentransport Software kann deshalb für einen Fahrdienst ähnlich wichtig werden wie die Auswahl geeigneter Fahrzeuge.
Hohe Laufleistung verändert die Anforderungen an ein Fahrzeug
Fahrzeuge eines Fahrdienstes sind häufig viele Stunden täglich unterwegs. Im Gegensatz zum Privatwagen summieren sich die Kilometer entsprechend schnell. Damit steigen auch Wartungsbedarf und Verschleiß.
Bei der Fahrzeugauswahl sollte deshalb nicht allein der Kaufpreis betrachtet werden. Kraftstoff- beziehungsweise Energieverbrauch, Wartungsintervalle, Reifen, Versicherung und erwartbarer Wiederverkaufswert beeinflussen die tatsächlichen Kosten über die Nutzungsdauer.
Gleichzeitig sollte der Fuhrpark zur Art der angebotenen Fahrten passen. Unterschiedliche Einsätze können unterschiedliche Anforderungen an Platzangebot, Einstieg und Ausstattung stellen.
Unnötige Kilometer kosten bares Geld
Neben dem Fahrzeug selbst beeinflusst die Disposition die Betriebskosten erheblich. Muss ein Fahrzeug quer durch das Einsatzgebiet fahren, obwohl ein anderer Fahrer bereits in der Nähe des nächsten Kunden ist, entsteht eine vermeidbare Leerfahrt.
Jeder zusätzliche Kilometer verursacht laufende Kosten und erhöht gleichzeitig die Kilometerleistung des Fahrzeugs. Über Monate und Jahre kann sich eine ungünstige Planung deshalb auch auf Wartungsaufwand und Fahrzeugwert auswirken.
Eine gute Übersicht über laufende und kommende Aufträge unterstützt die Leitstelle dabei, Fahrzeuge sinnvoller einzusetzen.
Standzeiten gehören ebenfalls zur Fuhrparkplanung
Nicht jeder Tag läuft exakt nach Plan. Fahrzeuge müssen zur Inspektion, benötigen neue Reifen oder fallen unerwartet aus. Für einen Fahrdienst ist deshalb wichtig, auch solche Ausfälle bei der Kapazitätsplanung zu berücksichtigen.
Ist der Tagesplan bereits vollständig ausgelastet, kann der kurzfristige Ausfall eines Fahrzeugs erhebliche Folgen haben. Eine transparente Planung erleichtert es, betroffene Aufträge zu erkennen und auf andere Fahrzeuge zu verteilen.
Fahrer und Fahrzeug bilden eine operative Einheit
Zur Flottenplanung gehört nicht nur die Frage, welches Auto verfügbar ist. Auch Fahrer müssen den jeweiligen Fahrzeugen und Aufträgen zugeordnet werden.
Ändert sich während des Tages die Planung, sollte die neue Information möglichst schnell beim Fahrer ankommen. Digitale Kommunikation kann hier zahlreiche Telefonate ersetzen. Gleichzeitig erhält die Leitstelle aktuelle Rückmeldungen aus dem Fahrzeug.
So entsteht eine Verbindung zwischen dem physischen Fuhrpark und dessen digitaler Steuerung.
Ein guter Fuhrpark wird nicht nur gekauft, sondern organisiert
Autohändler, Werkstätten und Fuhrparkverantwortliche beschäftigen sich häufig intensiv mit technischen Daten und laufenden Fahrzeugkosten. Im gewerblichen Einsatz sollte darüber hinaus betrachtet werden, wie gut die vorhandenen Fahrzeuge tatsächlich genutzt werden.
Ein zusätzlicher Wagen ist nicht immer automatisch die beste Antwort auf Kapazitätsprobleme. Manchmal lohnt sich zunächst die Prüfung, ob vorhandene Fahrzeuge durch eine bessere Planung sinnvoller eingesetzt werden könnten.
Gerade im Krankentransport treffen Fahrzeugtechnik und organisatorische Anforderungen unmittelbar aufeinander. Zuverlässige Autos sind die Grundlage. Erst eine funktionierende Disposition sorgt jedoch dafür, dass sie dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
