Autoversicherung

Unfall im Ausland

Ein Verkehrsunfall ist immer ärgerlich, auch wenn er nur mit einem Blechschaden endet. Es müssen jede Menge Formalitäten geklärt werden, um alle notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, zunächst muss natürlich noch die Schuldfrage geklärte werden. Um ein Vielfaches komplizierten werden die Vorgänge, wenn der Unfall im Ausland passiert, insbesondere wenn darin noch zwei in verschiedenen Ländern zugelassene Fahrzeuge, also mit verschiedenen Kfz-Kennzeichen, verwickelt sind.

Die Versicherungsnehmer deutscher Kfz-Versicherungen profitieren in diesem Zusammenhang seit dem 01.01.2003 von einer neuen EU-Richtlinie, die sich am deutschen Versicherungsrecht orientiert. Demnach müssen alle in Europa tätigen Kfz-Versicherungen für jedes Land einen Sachverständigen benennen, der sich um die Schadensregulierung kümmert. Die Richtlinie gilt im Bereich der Kfz-Haftpflicht, also für den Fall, dass der Unfallgegner auch der Verursacher war. In Fällen, in denen die eigene Kaskoversicherung leistungspflichtig ist, müssen sich Geschädigte direkt mit ihrer Kfz-Versicherung in Verbindung setzen. Verbindlich ist die EU-Richtlinie für alle Kfz-Versicherungen mit Sitz in der EU zuzüglich Island, Norwegen und Liechtenstein.

Deutsche Autofahrer, die beispielsweise in Frankreich in einen Unfall verwickelt wurden, müssen sich an den von der französischen Kfz-Versicherung des Unfallgegners benannten Sachverständigen in Deutschland wenden, um die Schadensregulierung einzuleiten. Auskunft über die Namen und Kontaktdaten der Vertreter ausländischer Kfz-Versicherungen gibt in Deutschland der Zentralruf der Autoversicherungen, der unter der bundesweiten Nummer 0180/25026 erreichbar ist.

Ansonsten wird seitens der Kfz-Versicherungen nach wie vor das Mitführen der Grünen Karte empfohlen, auch wenn es nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist. Ein weiteres Dokument, das die Schadensregulierung nach einem Unfall im Ausland wesentlich erleichtern kann, ist der Europäische Unfallbericht, der bei der Kfz-Versicherung angefordert werden kann. Hier wird den Unfallbeteiligten die Möglichkeit gegeben, den Hergang des Unfalls in mehreren Sprachen zu protokollieren und den Kfz-Versicherungen so die Arbeit zu erleichtern.

Der von einer Kfz-Versicherung benannte Sachverständige muss die Schadensregulierung innerhalb einer Frist von drei Monaten im Auftrag der betreffenden Kfz-Versicherung abwickeln. Geschieht dies nicht sollte sich der Geschädigte entweder mit dem Verein Verkehrsopferhilfe in Hamburg oder mit seiner eigenen Kfz-Versicherung in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu klären.

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